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... Worte für die Ewigkeit

7 Wege, die Dich nicht aufgeben lassen.

Ich nehme an dieser Stelle nun einfach mal an, Du bist ein ganz normaler Mensch. Übrigens, genau das bin ich auch. Und wie es bei normalen Menschen nun mal ist – machmal könnten wir die ganze Welt verfluchen. Manchmal kommen diese Momente, in denen nichts mehr zu funktionieren scheint. Die Momente, an denen man am liebsten alles hinschmeissen möchte. Aufgeben. Den Kopf wie der gelenkigste Vogelstrauss galant in den Boden rammen. Nichts mehr sehen, hören, sagen. Und denken am liebsten auch nichts mehr.

Wie oft habe ich diese Momente bereits gehabt. Im Job, wenn ein großer Auftrag von heute auf morgen flöten geht und ich mir denke, nun hilft nur noch Lotto spielen. In der Freizeit, wenn das ach so liebe Hobby eher Fluch als Segen wird, wenn die Rückhand einfach nicht so klappt wie sie soll. Oder in der Liebe, wenn das was gestern rosarot hoch 12 erschien, heute nur noch schwarz wie die Hölle daherkommt.

Wegwerfen. Aufgeben. Manchmal, und das sage ich heute im zarten Alter von fast 42, manchmal war das die bessere Wahl. Nehme ich mein BWL Studium. „Mach das nicht!“ sagten viele. Eigentlich alle. Doch ich war ja schlauer. Mit einem Abi in Mathe (zwar nur mit einem Punkt, aber immerhin!) kann doch gar nichts passieren. Denkste. Spätestens wenn die Mathematik im Studium für mich so durchschaubar wie Kruppstahl wird, ist es Zeit, das BWL Licht auszuschalten. Oder die ein oder andere Beziehung. Ja, man hätte sie sicherlich noch über den ein oder anderen Monat retten können. Aber dann?

Nein, manchmal ist aufgaben gut. Aber manchmal ist es eben keine Alternative. Auch wenn im Augenblick die Welt zusammenbricht. Oder zumindest scheint, es zu tun. Wenn Du weitermachen willst, weil Du in Deinem Herzen spürst, dass Du weitermachen musst, dann sind vielleicht diese 7 kleinen Tipps etwas für Dich. Vielleicht geben sie Dir genau den Impuls, den Du brauchst. Oder auch den Arschtritt. Denn das weitermachen manchmal dann doch ganz fein ist, das muss ich Dir nicht sagen. Das weisst Du selbst.

Das Warum stärken.

Solltest Du an den Punkt kommen, an dem die Zweifel größer werden als der Antrieb, frage Dich ganz einfach, WARUM hast Du Dir dieses Ziel gesetzt? Was wird es für Dich bedeuten? Für Deine Family. Für Dein weiteres Leben. Was wirst Du über dieses Ziel denken, wenn Du mit 85 im Schaukelstuhl sitzt und auf Dein Leben zurückschaust? So oft wir uns Ziele setzen, so oft vergessen wir im Laufe der Zeit immer wieder „gerne“ die eigentlichen Beweggründe… Halte sie Dir bewusst vor Augen und geniess die Motivation, die erneut in Dir aufsteigt.

Hilfe suchen.

Natürlich. Rambo hat es (meistens) alleine geschafft. Der ist auch ein ziemlich krasser Typ. Und hat eine ordentliche Wumme. Und ganz am Rande – ist er nur eine Filmfigur. Nun kannst Du Dich natürlich auch als Rambo sehen. Oder Du denkst mal darüber nach, ob es vielleicht unter Umständen eventuell doch noch einen Menschen auf dieser Welt gibt, der an Deiner Seite stehen darf. Der Dich in den Hintern tritt und Dir sagt: „los, mach weiter! Du kannst mehr als Du bisher geschafft hast!“. Oder – denn auch das darf passieren! – der Dich mal in den Arm nimmt, wenn Du eben doch nicht mehr so stark bist. Es gibt über 7 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, genau den richtigen für Dich zu finden. Einen, der zu Dir hält, anstatt Dich aufzuhalten.

Weinen.

Natürlich. Michael Mager, der Männer Coach, würde nun sagen: Männer weinen nicht. Dann sei froh, wenn Du eine Frau bist. Denn in seinem Weltbild weinen Frauen sicherlich ständig. Was ich auch würde, wäre ich eine Frau und die Welt würde nur aus Machos bestehen. Aber das ist glücklicherweise nicht so. In meiner Welt dürfen Frauen weinen. Und Männer ebenso. Denn weinen kann so sehr weiterhelfen. Die Schleusen der Verzweiflung öffnen und den ganzen Dreck rausströmen lassen. Ok, ich als Fisch bin eh recht nah am Wasser. Und ich bin Gottlob froh darüber. Wann hast Du das letzte Mal so richtig geweint, als Dir danach war? Als es nicht voran ging und die Lösung Deiner Fragen so weit weg erschien wie die Erde vom Mars? Ging es Dir danach, nach dem letzten Seufzer, nicht deutlich besser? Wie die Luft nach einem ordentlichen Gewitter. Klar, rein, endlich wieder bereit, atmen zu können. Weine. Wenn Dir danach ist.

Still sein, zu Dir kommen.

Immer, wenn ich kurz davor bin, vor Wut und Enttäuschung und Frust meinen Kopf in die Kloschüssel zu halten, brauche ich Abstand, Stille, Ruhe. So sehr wie unsere D Promis den Dschungel. Oder Helene die Atemlosigkeit. Irgendwann bin ich auf eine sehr tolle Übung von Dr. Andrew Weil gestossen (hier sein YT Kanal), von der ich Dir gerne erzählen möchte.

  1. Setz Dich bequem hin. Schließe Deine Augen.
  2. Atme so tief und kräftig wie möglich durch die Nase ein … tief in Deinen Bauch. Atme anschließend alle Luft vollständig wieder durch den Mund aus.
  3. Atme 10 Mal hintereinander so tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Beim 10. Atemzug gibt’s eine Änderung: atme tief ein, wieder in den Bauch, atme aus … aber stoppe das Ausatmen in der Mitte des Atemzugs, halte den Atem an, sodass noch die Hälfte der eingeatmeten Luft in Deinem Körper bleibt.
  4. Halte die Luft solange an, wie es bequem für Dich ist … wenn Dein Körper weiter atmen will, lass ihn. Wenn Du die Übung richtig gemacht hast, wirst Du merken, dass Du etwa eine halbe Minute lang nicht weiteratmen brauchst, weil Dein Blut durch die tiefen Atemzüge zuvor mit so viel Sauerstoff versorgt ist.
  5. Spüre Deinen Körper … wie fühlt er sich an, wie fühlst Du Dich?
  6. Nach den 10 tiefen Atemzügen und nachdem Du die Luft angehalten hast und weiteratmest, atme noch dreimal ruhig und tief durch die Nase ein und durch die Nase aus (aber nicht so energisch wie bei den 10 tiefen Atemzügen zu Beginn). Konzentriere Dich dabei weiter auf Deinen Körper und Dein Gefühl.
  7. Öffne Deine Augen.

Versuche es und Du wirst erstaunt sein, wie viel Kraft, Energie und Power Du dadurch geschenkt bekommt – von Deinem eigenen Körper.

Inspirieren lassen.

Wusstest Du eigentlich, dass Michael Jordan (und hey, wenn einer Basketball spielen kann, dann der!) es nicht ins Highschool Team schaffte, weil er den Trainern zu klein war? Oder dass Sly Stallone bei ca. 1500 Filmproduzenten aufschlug, um dort sein Drehbuch von Rocky vorzustellen und er auf seinen Wunsch, die Hauptrolle selbst zu spielen, immer wieder zu hören bekam, dass das mit DIESEM Gesicht nicht möglich sein wird. Oder dass James Dyson (der Herrscher über die Sauger ohne Saugkraftverlust) unfassbare 5126 Prototypen seines ersten Saugers bauen musste, bevor mal einer funktionierte. Hast Du schon davon gehört, dass Tim Ferriss´ Bestseller „Die 4 Stunden Woche“ von 25 Verlagen abgelehnt wurde? Himmel, beissen sich die nun in den Poppes.

Und diese Liste können wir nahezu unendlich lang werden lassen. Wieviele Menschen sind hingefallen – um dann aber doch wieder aufzustehen und somit die Welt zu verbessern. Obwohl ich mir da bei Rocky nicht zu 100 Prozent sicher bin…

Nicht vergleichen!

Oh man, wie oft erwische ich mich dabei. Und jedes Mal, wenn ich mich bzw. mein aktuell Erreichtes mit der Leistung eines anderen vergleiche – bekomme ich scheiss Laune. Meistens zumindest. Kennst Du das? Manchmal nämlich ist der Vergleich toll. Weil man vermeintlich „besser“ ist als der andere. Weil man mehr Likes hat. Oder mehr PS. Oder den längeren Titel auf der Visitenkarte. Und dann kommt diese wohlige warme Gefühl des „besser seins“. Ich bin ehrlich, ich kenne das. Und daher weiss ich, dass das in der Regel genau 37 Sekunden anhält. Dieses andere Gefühl aber, welches aufkommt, wenn man vermeintlich den Kürzeren zieht, das bleibt. 37 Sekunden. 37 Minuten. Gerne auch mal 37 Stunden. Wie ätzend. Du bist Du. Und ich bin ich. Und jeder befindet sich auf seinem Lebensweg. Der manchmal bergauf geht. Und machmal bergab. Geniess Du Deinen Weg! Und ich meinen. Versprochen?

Fokus auf das Erreichte setzen.

Weisst Du, was (mit) das Sensationelle am PapaSein ist? Dass man sein eigenes Leben nochmals miterlebt. Meine Tochter, der kleine Satansbraten, ist nun in der Schule. Und nun halte Dich fest – sie lernt dort lesen, schreiben, rechnen. Etwas, was für uns (also die meisten zumindest) selbstverständlich geworden ist, lernt sie. Jeden Tag. Einen Buchstaben. Den großen und den passenden kleinen. Daraus formt sie Wörter. Und aus diesen Sätze. Und sie ist so stolz wie ein kleines Mädel nur sein kann, wenn es gut flutscht. Über meinen Stolz will ich gar nicht sprechen. Aber darüber, dass wir alle in unseren Leben schon so viel erreicht haben. Wir sind hingefallen. Und immer wieder aufgestanden. Ich bin in der Schule hängen geblieben und eine mittelgroße Welt zerbrach. Heute kräht danach kein Hahn mehr. Zumindest höre ich ihn nicht. Wie viele Ziele hast Du schon erreicht? Und wenn es die Selbstverständlichsten der Welt sind. Der Autoführerschein. Heute denkt man vielleicht „pah, das war doch easy!“ – und damals hat man sich am Morgen der Prüfung fast in die Hosen gemacht. Genau genommen wette ich, bei manchen von uns kann man getrost das „fast“ streichen.

Du bist gut. Du hast Kraft. Und Du schaffst auch dieses Ziel. Bleib am Ball. Steh wieder auf. So wie Du es schon oft gemacht hast. Und dann – dann bist Du Deinem Ziel wieder einen Schritt näher. Ich wünsche Dir viel Erfolg!

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2 Comments
  • Janina (SOS Fernweh ) on 09/01/2016

    Hmm, vor allem den letzten Punkt sollte ich mir mal groß und breit auf die Fahne schreiben. Ich nehme mir nie Zeit, mich an dem eben Erreichten zu erfreuen, sondern stürze mich immer direkt in die nächste Aufgabe.
    So habe ich zwar das gute Gewissen, mich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, dafür jedoch permanent das Gefühl, noch nicht fertig zu sein.
    Danke für den Tipp :)

    Janina

    • Stefan on 14/01/2016

      sehr gerne, liebe Janina. Und ja, auch ich darf immer wieder und wieder mal auf die Bremse treten und den Moment geniessen.

      Liebe Grüße und Danke für Deinen Kommentar!
      Stefan

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